FDP-Kreistagsfraktion im Gespräch mit Prof. Grimminger

Kreistag24. Juni 2020

„Wie kann das Gesundheitswesen in Mittelhessen für die Zukunft gestärkt und ausgebaut werden?“ Diese Frage stellte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Kreistag Gießen, Dennis Pucher, im Rahmen eines Besuchs bei Prof. Dr. Friedrich Grimminger, einem der führenden Lungenfachärzte Deutschlands. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sind der Ausbau der Netzwerksysteme und die Bildung strategischer Allianzen von großer Bedeutung. Gesundheitspolitik ist nicht nur die Aufgabe eines Kreises, sondern einer ganzen Region.

Prof. Grimminger unterstrich die Bedeutung von großen Forschungseinheiten. Um im weltweiten Vergleich wettbewerbsfähig bleiben zu können sei es entscheidend, Ressourcen zu bündeln. Einzelne Klinikstandorte seien nur im Zusammenspiel mit einem Netzwerk erfolgreich. Er appellierte an die Politik, kreisübergreifende Verbünde weiter zu fördern und zu fordern. Insbesondere bei der Universitätsmedizin sieht er Innovationsbedarf: „Sie ist viel zu kleinteilig aufgestellt, um mit den internationalen Wettbewerbern, die längst zentralistische Strukturen etabliert haben, mithalten zu können. […]. Es ist […] abzusehen, dass unsere Rolle international eher in Richtung des Konsumierens und Profitierens von Innovationen und nicht in Richtung Innovationsführerschaft gehen wird“, mahnt Prof. Grimminger.

Neben diesen Fragestellungen stand auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Fokus des Gesprächs. Grimminger verwies in diesem Zusammenhang auf das gute medizinische Versorgungssystem in Deutschland und auf seine Befürchtung, dass das Coronavirus die Welt noch einen längeren Zeitraum in Atem halten wird.