Wahlprogramm

Für einen Landkreis, der funktioniert.

Mobilität – Frei. Vernetzt. Zukunftsorientiert.

Mobilität ist Freiheit. Sie verbindet Menschen, schafft Teilhabe und ist die Grundlage für wirtschaftliche Stärke und Lebensqualität im Landkreis Gießen. Wir Freie Demokraten stehen für eine Verkehrspolitik mit Augenmaß, die alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen berücksichtigt – vom Auto über Bahn und Bus bis zum Fahrrad und Fußgänger. Ein leistungsfähiges und gut instandgehaltenes Straßennetz sowie ein dichter als bisher getakteter ÖPNV sind dafür unverzichtbar. Wir wollen die Sanierung der Kreisstraßen zügig voranbringen und dafür gezielt Mittel im Kreishaushalt bereitstellen. Wir wollen die Überfüllung der Regionalexpress-Züge Kassel-Marburg-Gießen-Frankfurt zügig beenden und werden uns dafür einsetzen, dass der RMV Doppelstockzüge im sauberen Stundentakt fahren lässt. Die aus Siegen in Gießen ankommenden Regionalexpress-Triebzüge sollen ebenfalls stündlich bis Frankfurt fahren, sodass zwischen Gießen und Frankfurt ein angenäherter Halbstundentakt der Regionalexpresse entsteht. Gleichzeitig setzen wir auf intelligente Verkehrssteuerung, um Staus zu vermeiden und den Verkehrsfluss zu verbessern. 

 Neue Mobilität darf keine Glaubensfrage sein. Wir setzen auf Technologieoffenheit statt Ideologie – und lehnen Maßnahmen ab, die Mobilität künstlich einschränken, wie den sogenannten Verkehrsversuch in Gießen, der letztlich gerichtlich gestoppt werden musste, auf den dann aber zahlreiche Einzelmaßnahmen mit dem gleichen ideologischen Ziel folgten. An etlichen Stellen des Anlagenrings finden sich unklare Verkehrsregelungen, wie unverhoffte Verengungen von zwei auf eine Fahrspur, die den Autofahrer unnötigerweise drangsalieren. Statt Bevormundung braucht es praxistaugliche, funktionierende Lösungen. Dazu gehören auch funktionierende Ampelanlagen zur Verkehrsregulierung. Eine Reduzierung des Tempolimits von Tempo 50 auf Tempo 30 an Hauptstraßen halten wir in der Regel nur für verhältnismäßig, wenn sich besonders gefährdete Einrichtungen in dieser Straße befinden, wie zum Beispiel Schulen, Kindertagesstätten, Seniorenzentren oder Spielplätze. 

Ob E-Mobilität, Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe: Der Landkreis muss die passenden Rahmenbedingungen schaffen, beispielsweise durch die Überlassung von Grundstücken und zügigen Baugenehmigungen für Ladesäulen, mit sicheren Radwegen, mit verlässlichem ÖPNV und mit modernen Mobilstationen. Klimaschutz gelingt durch attraktive Alternativen, nicht durch Verbote. 

Auch die Schiene ist Teil einer modernen Mobilitätsstrategie. Wir wollen zusätzliche Bahnhaltepunkte prüfen, bestehende besser vernetzen und Reaktivierungen von Bahnstrecken, wie der Lumdatalbahn, ergebnisoffen diskutieren. Jede Reaktivierung muss wirtschaftlich vertretbar sein. Stadt und Landkreis Gießen müssen ihre Nahverkehrsplanung noch enger verzahnen, um Taktungen zu verbessern, Anschlüsse zu sichern und Wege zu verkürzen. Das gilt insbesondere auch für landkreisübergreifende Linien wie in den Landkreis Marburg-Biedenkopf, den Vogelsbergkreis, den Lahn-Dill-Kreis und den Wetteraukreis. Bürgerbusse, Anrufsammeltaxen und digitale On-Demand-Angebote sollen das klassische Linienangebot ergänzen, insbesondere an Wochenenden und in den Abend- und Nachtstunden. Gleichzeitig wollen wir das Radverkehrskonzept im Landkreis weiterentwickeln, sowohl für den beruflichen Radverkehr als auch für den sportlichen und den Freizeitradverkehr. 

 Mehr Verkehr bedeutet auch mehr Verantwortung für Sicherheit. Wir setzen uns für die Verringerung von Unfallschwerpunkten und die Vermeidung von Wildunfällen ein. Die Entschärfung des ehemaligen Unfallschwerpunktes auf der B 457 in Höhe von Fernwald ist auf unsere Initiative im Kreistag zurückzuführen. Für weitere Maßnahmen zur Prävention und Entschärfung gefährlicher Streckenabschnitte fordern wir einen unter breiter Bürgerbeteiligung entwickelten Aktionsplan. Die Kfz-Zulassungsstelle in Gießen mit Außenstelle in Grünberg ist ein direkter Berührungspunkt zwischen Bürgerinnen, Bürgern und Verwaltung. Lange Wartezeiten und geschlossene Außenstellen sind inakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen. Der Kreis als Dienstleister muss gewährleisten, dass eine Kfz-Zulassung sowohl für Gewerbetreibende als auch für Privatpersonen innerhalb eines Tages möglich ist und man nicht erst wochenlang auf einen Termin warten muss. 

Unsere Ziele:

  • Straßen erhalten und sanieren: zügige Sanierung der Kreisstraßen mit klarer Prioritätenliste und ausreichender Mittelausstattung. 
  • Verkehrsfluss sichern: intelligente Verkehrssteuerung, gebündeltes Baustellenmanagement und verlässliche Straßeninfrastruktur. 
  • Bahnverkehr stärken: Zusätzliche Bahnhaltepunkte prüfen, bestehende Strecken verbessern und Reaktivierungen mit Augenmaß bewerten. 
  • ÖPNV vernetzen und verbessern: Stadt- und Kreisverkehre besser abstimmen, On-Demand-Verkehre und Bürgerbusse ausbauen. 
  • Verkehrssicherheit erhöhen: Aktionsplan zur Reduzierung von Unfallschwerpunkten und Wildunfällen – unter Beteiligung der Bürgerschaft. 
  • Reduzierung des Tempolimits vom Tempo 50 auf Tempo 30 an Hauptstraßen in der Regel nur bei besonders gefährdeten Einrichtungen, wie zum Beispiel Schulen, Kindertagesstätten, Seniorenzentren oder Spielplätzen.
  • Bürgerfreundliche Zulassung: digitale, moderne Kfz-Zulassungsstellen mit kurzen Wartezeiten und funktionierenden Außenstellen. 

Digitalisierung & KI – Vernetzt. Intelligent. Zukunftsfähig.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind kein Selbstzweck, sondern der Schlüssel für Lebensqualität, Wettbewerbsfähigkeit und eine moderne Dienstleistungsverwaltung. Der Landkreis Gießen hat in den vergangenen Jahren mit dem nahezu flächendeckenden Ausbau des Mobilfunknetzes und dem Glasfaserausbau durch die Breitband GmbH zusammen mit den Kommunen und unter Förderung des eigenwirtschaftlichen Ausbaus wichtige Grundlagen gelegt. Nun gilt es, diesen Weg zur besseren Vernetzung innerhalb des Landkreises schnell und weiter zu beschreiten. Diese Dynamik ist außerdem zu verstetigen und um Zukunftstechnologien, wie die Künstliche Intelligenz und moderne Rechenzentren, zu ergänzen. Eine flächendeckende digitale Infrastruktur aus Glasfaser, leistungsfähigem Mobilfunk und modernen Rechenzentren ist die Basis, auf der Wirtschaft, Verwaltung und Bildung wachsen können. 

Wir Freie Demokraten wollen, dass der Landkreis Gießen zu einem Vorreiter digitaler Daseinsvorsorge wird. Verwaltung soll nicht länger Akten bewegen müssen, sondern über eine moderne Datenverarbeitung verfügen – effizient, transparent und bürgernah. Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Prozesse zu vereinfachen, Anträge schneller zu bearbeiten und Mitarbeitende von Routineaufgaben zu entlasten. Die konsequente Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes ist dafür Voraussetzung, ebenso wie eine sichere, resiliente IT-Infrastruktur, die auch im Krisenfall funktioniert. 

Digitalisierung bedeutet für uns zugleich Standortpolitik. Schnelle Netze, zuverlässige Rechenzentren und stabile Mobilfunkverbindungen sind Standortvorteile – für Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen ebenso wie für die Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum. Sie müssen vor Angriffen Dritter geschützt werden. Netzresilienz und digitale Souveränität sind deshalb zentrale Ziele liberaler Digitalpolitik im Landkreis Gießen. 

Diese Ziele lassen sich im Landkreis Gießen nur durch eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen erreichen. Diese Zusammenarbeit muss der Landkreis organisieren; dass es geht, zeigt das Beispiel des Glasfaserausbaus. 

Unsere Ziele:

  • Glasfaserausbau vollenden: flächendeckende Glasfaser bis in jedes Gebäude – privat wie gewerblich.
  • Mobilfunk ausbauen: Funklöcher schließen und 5G/6G-Technologien flächendeckend ermöglichen.
  • Rechenzentren stärken: Ansiedlung regionaler Rechenzentren und Nutzung erneuerbarer Energien für digitale Infrastruktur fördern. 
  • Online-Zugangsgesetz umsetzen: Alle Verwaltungsleistungen digital, einfach und barrierefrei zugänglich machen.
  • KI in der Verwaltung: KI-gestützte Systeme zur Prozessoptimierung, Dokumentenverarbeitung und Bürgerkommunikation nutzen. 
  • Netzresilienz sichern: IT-Sicherheitskonzepte regelmäßig prüfen, Redundanzen schaffen und kommunale Netze gegen Cyberangriffe wappnen. 
  • Kooperation stärken: Interkommunale Zusammenarbeit in diesen Bereichen intensivieren, um Synergien zu schaffen.
  • Digitale Teilhabe fördern: Bürgerinnen und Bürger in allen Lebensphasen befähigen, digitale Angebote sicher und selbstbestimmt zu nutzen. 

Ein Staat, der funktioniert – Der Kreis als Dienstleister. Verwaltung neu gedacht.

Eine moderne Verwaltung ist kein Selbstzweck, sondern Dienstleister für die Menschen im Landkreis Gießen. Wir Freie Demokraten wollen, dass der Kreis handelt und gestaltet, statt nur zu verwalten – digital, direkt und verlässlich. Bürgerinnen und Bürger sollen schnell, klar und ohne Umwege Unterstützung erhalten. Dafür braucht es effiziente Strukturen, schlanke Prozesse und eine Verwaltung, die sich an Ergebnissen messen lässt. 

Verlässliche Finanzen sind die Grundlage eines handlungsfähigen Kreises. Wir stehen für eine solide, generationengerechte Haushaltspolitik, die auf Ausgabendisziplin und Transparenz setzt. Schulden von heute sind die Lasten von morgen. Allerdings lassen sich neue Schulden angesichts der unzureichenden Finanzausstattung des Landkreises und der Kommunen durch den Bund und das Land Hessen kaum vermeiden. Umso wichtiger ist es, sparsam mit den vorhandenen Mitteln umzugehen und Zukunftsinvestitionen zu priorisieren. Die Kreisumlage ist regelmäßig zu überprüfen, um die Kommunen nicht über Gebühr zu belasten. Wir wollen kommunale Handlungsspielräume bewahren und die Eigenverantwortung vor Ort stärken. 

Effizienz beginnt im eigenen Haus. Personalkosten sind regelmäßig zu prüfen, Doppelstrukturen abzubauen und digitale Arbeitsprozesse auszubauen. Der Landkreis Gießen verfügt aktuell über 1.007 Planstellen (883 eigene und 124 für das Jobcenter). 2022 waren es noch 896 Planstellen, 111 Planstellen in der Kreisverwaltung weniger. In drei Jahren mehr als 100 neue Planstellen sind in Zeiten zunehmender Digitalisierung unvertretbar und belasten den Kreishaushalt in unverantwortlicher Höhe – für Gehälter und Bezüge, Altersvorsorge sowie Arbeitsplätze. Wir als Freie Demokraten werden uns entschieden für einen Abbau der Planstellen bei der Kreisverwaltung einsetzen. 

Wir wollen zudem eine papierfreie Kreisverwaltung, in der Anträge online gestellt und Bescheide digital erteilt werden können. Wir setzen uns vermehrt für den Nutzen von Open-Source-Software in der Verwaltung ein, um digitale Souveränität herzustellen. Der persönliche Kontakt ist uns weiterhin wichtig – Verwaltung soll erreichbar bleiben, digital wie vor Ort. Das geht allerdings auch mit weniger Personal, wenn technische Möglichkeiten effizient genutzt werden. 

Wir setzen auf Zusammenarbeit mit den Kommunen statt auf Kleinstaaterei. Die heutigen gesetzlichen Anforderungen an die Aufgabenbewältigung bringen viele Kommunen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Interkommunale Kooperationen – etwa bei IT, Fördermittelbeantragung, Personalverwaltung oder Bauhöfen – senken Kosten und sichern Qualität. Es gibt noch etliche andere Bereiche, in denen der Landkreis mit den Kommunen zusammenarbeiten kann, um effizienter und kostensparender für alle zu arbeiten. 

Öffentliche Aufträge müssen transparent vergeben werden, soweit gesetzlich möglich an regionale Unternehmen, die mit den lokalen Gegebenheiten vertraut sind. So bleibt Wertschöpfung im Landkreis. 

Verwaltung bedeutet für uns auch Verantwortung im Umgang mit Steuergeld. Kreisliegenschaften müssen effizient betrieben, Vergaben offen ausgeschrieben und Haushaltsmittel klug eingesetzt werden. Bürgerbeteiligung und offene Haushaltsinformationen schaffen Vertrauen und Akzeptanz. 

Unsere Ziele:

  • Schuldenfreiheit sichern: neue Kredite nur im absolut notwendigen Umfang, Ausgabendisziplin und Priorität für Zukunftsinvestitionen. 
  • Kreisumlage fair gestalten: jährliche Überprüfung zur Entlastung der Städte und Gemeinden. 
  • Personal effizient steuern: Stellenabbau statt -aufbau, Doppelstrukturen vermeiden, Homeoffice gezielt ausbauen. 
  • Interkommunale Zusammenarbeit stärken: gemeinsame Dienstleistungen wie IT, Personalverwaltung und Bauhöfe oder Fördermitteleinwerbung für ein effizientes Verwaltungshandeln und zur Kostenersparnis. 
  • Vergaben transparent gestalten: Regionale Unternehmen gezielt ansprechen und offene Verfahren sicherstellen.
  • Haushaltsklarheit schaffen: bürgerfreundliche Darstellung der Kreisfinanzen und klare Prioritäten im Mitteleinsatz. 
  • Kreisliegenschaften modernisieren: energieeffizient, wirtschaftlich und mit klaren Standards für Hygiene und Sicherheit. 
  • Verwaltung als Partner: bürgerorientiert, digital erreichbar und auf schnelle Lösungen ausgerichtet. 

Bildung – Ortsnah lernen, weltweit bestehen.

Bildung eröffnet Perspektiven – von der Kita bis zur Berufsschule. Sie fördert Talente, stärkt Teilhabe und bereitet Kinder auf eine sich schnell wandelnde Welt vor. Wir Freie Demokraten setzen auf ein breit gefächertes Bildungssystem für Menschen in jedem Alter, das individuelle Fähigkeiten und Stärken erkennt, den Einzelnen fördert, niemanden zurücklässt und ein Weiterbildungsangebot für alle Interessierten vorhält. Saubere Klassenräume, moderne Ausstattung, Fachräume für Naturwissenschaften, Technik und Informatik sowie digitale Infrastruktur sind Grundvoraussetzungen – regelmäßig gesichert durch nachhaltige Investitionen. 

Schulgebäude müssen kontinuierlich modernisiert und mit flexiblen Raumkonzepten ausgestattet werden, solange dies wirtschaftlich sinnvoll ist. Darüber hinaus fordern wir ein vorausschauendes Planen über den kurzfristigen Bedarf hinaus. Zu oft zeigt sich, dass Schulneubauten bereits wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung zu klein dimensioniert sind – mit der Folge kostspieliger Erweiterungsbauten. Diese Folgekosten ließen sich deutlich reduzieren, wenn schon in der Erstplanung eine moderate bauliche Reserve eingeplant würde – zum Beispiel in Form zusätzlicher Differenzierungsräume, die bei Bedarf ohne großen Aufwand als reguläre Klassenräume genutzt werden können. Bereits bei der Neuplanung einer Schule muss zudem die Außenkomponente von Anfang an mitgedacht werden. Maßnahmen zum Sonnen- und Hitzeschutz – wie natürliche Beschattung durch Bäume oder bauliche Verschattungselemente – sind integraler Bestandteil einer zeitgemäßen Schulbauplanung und dürfen nicht nachgelagert behandelt werden. Eine ansprechend gestaltete Außenanlage mit Sport- bzw. Spielgeräten ist zudem für das Wohlbefinden im schulischen Alltag von größter Bedeutung – insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Ganztagesangebote. Schulhöfe als Betonwüsten müssen der Vergangenheit angehören. Ein flächendeckender Sonnenschutz – wie ihn der Kreistag bereits auf unseren Antrag hin beschlossen hat – muss dabei als Mindeststandard gelten und durch eine qualitativ gestaltete Außenanlage ergänzt werden. 

Kurze Wege sind uns wichtig: Grundschulen und weiterführende Schulen müssen erhalten bleiben. 

Schulwege sind sicher auszugestalten. Das Krofdorf-Gleiberger Verkehrshelfer-Modell mit seinen Schülerlotsen sehen wir auch für andere Schulstandorte als geeignet an. 

Die Schülerbeförderung muss so organisiert sein, dass alle Schülerinnen und Schüler sicher, zuverlässig und komfortabel zur Schule gelangen und auch wieder nach Hause kommen. 

Ein preiswertes, gesundes und vielfältiges Essensangebot an den Schulen gehört für uns heute zum Standard, auf den die Eltern vertrauen dürfen. 

Ganztagsschulen sollen bedarfsgerecht ausgebaut werden, Schulen mehr Selbstverwaltung erhalten – etwa durch den Ausbau des Schulträgerbudgets. Das schulische Angebot soll mit Angeboten von Vereinen und der Wirtschaft besser vernetzt werden. 

Die Vielfalt der Schulformen ist für uns auch weiterhin Basis für eine individuelle Förderung nach Die Vielfalt der Schulformen ist für uns auch weiterhin Basis für eine individuelle Förderung nach Neigung und Begabung. Hochbegabte Kinder sollen gezielt gefördert und Initiativen, wie der Potenzialcheck, müssen flächendeckend weiterentwickelt werden. Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf müssen entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert werden. 

Digitalisierung ist integraler Bestandteil moderner Bildung. Alle Schulen sollen mit leistungsfähiger digitaler Infrastruktur, aktueller Software und modernen Lernmethoden ausgestattet werden, um Lehrkräfte zu entlasten und Schülerinnen und Schüler optimal auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Dabei ist klar: Digitale Ausstattung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein dauerhafter Prozess. Leistungsfähigkeit in diesem Bereich muss kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt werden – im Einklang mit technischen Fortschritten und sich wandelnden Anforderungen durch Lehrpläne und pädagogische Konzepte. Auch müssen Berufskollegs an die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt angepasst werden, Angebote des zweiten Bildungswegs sowie der Erwachsenenbildung sollen für alle Menschen offenstehen. 

Bildung findet nicht nur im Klassenzimmer statt. Sie umfasst sichere, lebenswerte Schulumgebungen, verlässliche Schulsozialarbeit, gute ÖPNV-Anbindung und moderne außerschulische Lernorte. Wettbewerbe wie Science Tube, Job4Future oder Hackathons fördern praxisnahe Erfahrungen, technisches Verständnis und kreative Problemlösungen. Stadt und Landkreis Gießen müssen ihre Schulentwicklungsplanung enger verzahnen und abstimmen, um Kapazitäten optimal zu nutzen. Dazu gehört auch die parallele Fortschreibung der Schulentwicklungspläne von Stadt und Landkreis Gießen. 

Die Kreisvolkshochschule ist eine zentrale Einrichtung für Erwachsenenbildung und lebenslanges Lernen. Sie muss erhalten und gestärkt werden, um Bildung über alle Altersgruppen hinweg zu ermöglichen und zu fördern. 

Unsere Ziele:

  • Schulformenvielfalt erhalten: Individuelle Förderung sichern. 
  • Schulgebäude modernisieren: Flexible Räume, wirtschaftlich sinnvoll investieren. 
  • Grund- und weiterführende Schulen erhalten: kurze Wege, wohnortnahe Bildung. 
  • Ganztagsschulen bedarfsgerecht ausbauen. 
  • Selbstverwaltung stärken: Schulträgerbudget für eigenverantwortliche Schulen. 
  • Digitalisierung ausbauen: Glasfaser, moderne Software und digitale Lernmethoden. 
  • Bildungsvielfalt ausbauen: Hochbegabte gezielt fördern, Potentialchecks und praxisnahe Projekte. 
  • Schulumfeld verbessern: sichere Schulwege, vorausschauendes Planen, ansprechende Außenbereiche, außerschulische Lernorte. 
  • Schulentwicklungspläne von Stadt und Landkreis Gießen parallel und abgestimmt fortschreiben. 
  • Schülerbeförderung sichern: verlässliche, sichere und ausreichend bemessene ÖPNV-Kapazitäten. 
  • Kreisvolkshochschule stärken: Lebenslanges Lernen für alle Altersgruppen ermöglichen. 

Wirtschaft & Arbeit – Vom Handwerk bis Hightech. Wirtschaft, die trägt und Arbeitsplätze schafft.

Wirtschaft ist die Grundlage unseres Wohlstands. Im Landkreis Gießen treffen Handwerksbetriebe, Mittelstand, Forschung und Hightech aufeinander – ein starkes Fundament, das wir weiter ausbauen wollen. Unser Ziel ist eine Wirtschaft, die trägt, Arbeitsplätze schafft und Wertschöpfung in der Region hält. Dafür braucht es beste Rahmenbedingungen: verfügbare Gewerbeflächen, eine leistungsfähige digitale Infrastruktur und eine Verwaltung, die Partner statt Bremse ist. 

Wir Freie Demokraten setzen auf unternehmerische Freiheit, Innovationskraft und Kooperation. Neue Gewerbeflächen sollen gezielt dort entstehen, wo Glasfaser, Mobilfunk und Verkehrsinfrastruktur bereits vorhanden sind. Eine moderne Wirtschaftsförderung auf Kreisebene soll Gründerinnen, Gründer und Unternehmen aktiv begleiten – von der Idee über die Finanzierung bis zur Expansion und Etablierung. Gemeinsam mit der Stadt Gießen, den Kommunen und dem Regionalmanagement Mittelhessen wollen wir regionale Cluster wie Medizintechnik, Logistik, Energie- und Umwelttechnik gezielt stärken und durch Netzwerke sichtbarer machen. 

Wirtschaftspolitik ist für uns auch Standortpolitik: Wir fördern die Ansiedlung digitalaffiner Unternehmen, die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren und schaffen damit Synergien zwischen Nachhaltigkeit und Innovation. Gleichzeitig setzen wir auf eine verlässliche Fachkräftestrategie, die Aus- und Weiterbildung stärkt, berufliche Neuorientierung unterstützt und internationale Fachkräfte willkommen heißt. So sichern wir Arbeitsplätze und Chancen – für heute und morgen. 

Zu einer guten Wirtschaftspolitik gehört auch die Unterstützung im Bereich der Fördermittelerlangung, dazu bedarf es mehr als Fördermittellotsen. Es braucht eine organisierte Beratung und Dienstleistung für alle Kommunen im Landkreis Gießen. Jeder Euro eingeworbener Fördermittel ist Wirtschaftsförderung und kommt den Menschen und Unternehmen im Landkreis Gießen zugute. 

Der Tourismus ist ein wesentlicher Bestandteil der heimischen Wirtschaft, der breit gefördert werden muss, z.B. durch den Ausbau der Rad- und Wanderwege oder durch die Bewerbung von Destinationen (touristischen Regionen). 

Die Landwirtschaft – ob konventionell oder biologisch – ist für den Landkreis Gießen von zentraler Bedeutung. Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, die landwirtschaftlichen Flächen weitgehend zu erhalten. 

Unsere Ziele:

  • Starke Infrastruktur für starke Betriebe: Gewerbeflächen gezielt entwickeln, Glasfaser und Mobilfunk konsequent ausbauen. 
  • Wirtschaftsförderung neu denken: Kreis, Kommunen und Regionalmanagement bündeln Kräfte für aktive Unternehmens- und Gründerförderung. 
  • Gründungskultur stärken: Beratungsangebote, Co-Working-Spaces und Netzwerke für Start-ups schaffen.
  • Verwaltung als Partner: Genehmigungen beschleunigen, Bürokratie abbauen, Service digitalisieren.
  • Fachkräfte sichern: Aus- und Weiterbildung fördern, internationale Fachkräfte gewinnen und dadurch Willkommenskultur leben.  
  • Wertschöpfung in der Region halten: Abwärmenutzung aus Rechenzentren und Industrieprojekten fördern, regionale Lieferketten stärken. 
  • Tourismus und Landwirtschaft fördern: Nachhaltige Angebote und Vermarktung regionaler Stärken wie Lahn, Limes und Kelten voranbringen.  

Sicherheit, Gesundheit & Integration – Fundamente unserer Freiheit.

Freiheit braucht Sicherheit – und sie beginnt vor Ort. Der Landkreis Gießen trägt Verantwortung für zentrale Aufgaben in Sicherheit, Gesundheit, Ordnung und Integration. Wir Freie Demokraten stehen für einen Staat, der schützt, stärkt und Vertrauen schafft: mit klaren Strukturen, verlässlichen Institutionen und einer modernen Sicherheitsarchitektur, die den Menschen dient. 

Wir stehen für eine Stärkung des Gefahrenabwehrzentrums als Ausbildungszentrum für die Kommunen im Landkreis und wollen die Kapazitäten der Kreisausbildung erweitern. Zusätzlich müssen die Regieeinheiten des Kreises mit moderner Ausrüstung ausgestattet und von Bürokratie entlastet werden. 

Besonders die digitale Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Feuerwehren und dem Landkreis bedarf eines weiteren Ausbaus. Einsatzdaten (Lagemeldungen, Statusmeldungen, Positionen) sollen schnell, zuverlässig und sicher bereitgestellt und durch bidirektionale Schnittstellen synchronisiert werden können. Dadurch ist eine Neubewertung der Lage vor Ort mit den entsprechenden Informationen deutlich schneller möglich. 

Wir fordern eine engere Zusammenarbeit in Übungsszenarien zwischen den Feuerwehren, den Hilfsorganisationen sowie dem Technischen Hilfswerk in Gießen und Grünberg, um sich besser auf gemeinsame Einsatzszenarien vorzubereiten. 

Die enge Zusammenarbeit von Landkreis, Stadt, Polizei, Justiz und Staatlichem Schulamt im Präventionsrat zeigt, wie erfolgreiche Prävention funktioniert. Projekte wie BOB oder die Gelbe Karte sind Belege dafür, dass Aufklärung, Kooperation und Eigenverantwortung die besten Mittel gegen Unsicherheit sind. Wir wollen diesen Ansatz ausbauen – mit gezielter Suchtprävention, sozialer Integration und einem respektvollen Miteinander im Alltag. 

Sicherheit bedeutet auch Gesundheit. Der Landkreis Gießen verfügt über eine vielfältige Krankenhauslandschaft, die wir erhalten und zukunftsfest gestalten wollen. Hausärztinnen und Hausärzte, die sich im Landkreis niederlassen möchten, müssen gezielt unterstützt werden. Bei der Bekämpfung des drohenden Mangels an Hausärzten im ländlichen Raum ist auch die Kreisverwaltung gefordert. 

Auch die Pflege braucht mehr Anerkennung, bessere Arbeitsbedingungen und moderne Ausbildung. Dabei setzen wir auf Integration als Chance: Migrantinnen und Migranten, die hier leben und arbeiten möchten, sollen gezielt in Ausbildung, Pflege und Gesundheitsberufe integriert werden – für eine Gesellschaft, die Vielfalt als Stärke begreift. 

Wir Freie Demokraten stehen für Zusammenhalt auf Basis von Freiheit und Verantwortung. Migration muss gesteuert, Integration gefördert werden – mit klaren Regeln, Sprachförderung, Bildungsangeboten und schneller Arbeitsmarktintegration. Wer hier leben will, soll die Chance haben, durch eigene Leistung Teil unserer Gemeinschaft zu werden. Gleichzeitig setzen wir auf verlässliche Strukturen im Bevölkerungsschutz, Rettungsdienst und Verbraucherschutz – denn Vertrauen in staatliches Handeln ist das Fundament einer freiheitlichen Gesellschaft.

Unsere Ziele:

  • Sicherheit stärken: Ausbau der Präventionsarbeit durch Polizei, Justiz, Schulen und Präventionsrat. 
  • Gesundheit sichern: Vielfalt der Krankenhauslandschaft erhalten und wohnortnahe medizinische Versorgung fördern. 
  • Pflege attraktiv machen: Ausbildung, Qualifizierung und Integration von Pflegekräften – auch für Migrantinnen und Migranten – gezielt unterstützen. 
  • Integration fördern: Sprachförderung, Bildung und Arbeitsmarktintegration ausbauen, Integrationslotsenprogramme stärken. 
  • Hausärzte gewinnen: Niederlassungen im Landkreis gezielt fördern, besonders in ländlichen Regionen. 
  • Suchthilfe und Prävention ausbauen: Drogen- und Suchtberatung weiterentwickeln, Fokus auf Kinder und Jugendliche legen. 
  • Rettungsdienst und Katastrophenschutz modernisieren: Ausstattung verbessern, Einsatzkräfte stärken, Abläufe beschleunigen. 
  • Verbraucherschutz fördern: Aufklärung in Schulen und Öffentlichkeit ausbauen, transparente Lebensmittelüberwachung sichern. 
  • Kooperationen vertiefen: Präventionsrat, Ordnungspartnerschaften und kommunale Netzwerke weiterentwickeln.

Freiheit und Verantwortung – Eine Gesellschaft, die trägt. Ein Miteinander, das stärkt.

Sozialpolitik heißt für uns Freie Demokraten: Menschen zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung befähigen statt bevormunden. Eine freie Gesellschaft braucht nicht immer mehr Vorschriften, sondern Vertrauen, Eigenverantwortung und gegenseitigen Respekt. Unterstützung muss dort ankommen, wo sie wirklich gebraucht wird – unbürokratisch, passgenau und mit Herz und Verstand. 

Der Landkreis Gießen steht dabei unter erheblichem finanziellem Druck. Gerade deshalb braucht Sozialpolitik klare Prioritäten, Effizienz und Transparenz. Wir müssen Hilfsstrukturen sichern, ohne neue Bürokratie zu schaffen. Jeder eingesetzte Euro muss dort wirken, wo er echten Unterschied macht – bei Familien, Kindern, Pflegebedürftigen und Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sozialpolitik darf nicht zur Verwaltungsroutine werden, sondern muss gezielt helfen, Selbstständigkeit und Teilhabe zu fördern. 

Familien müssen Beruf und Alltag besser vereinbaren können – durch eine verlässliche Kinderbetreuung in Kindertagesstätten bei Tageseltern oder in Grundschulen. Gleichzeitig braucht es eine starke Jugendhilfe, die hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche rechtzeitig erreicht. Der Allgemeine Soziale Dienst und der Pflegekinderdienst müssen personell und finanziell so ausgestattet sein, dass sie wirksam arbeiten können. Kinder gehören, wenn immer möglich, in Familien – nicht in Kinderheime. 

Wir stehen für eine Sozialpolitik, die die freie Wohlfahrtspflege und unabhängige Träger als starke Partner einbindet. Kooperation statt Bürokratie – das ist unser Leitbild. Freie Träger verdienen faire Verträge, Planungssicherheit und Gestaltungsspielraum. Der soziale Staat darf nicht alles selbst machen wollen, sondern muss die besten Strukturen fördern, wo sie bereits bestehen. 

Soziale Verantwortung heißt für uns auch: Teilhabe für Menschen mit Behinderungen. Barrierefreiheit muss selbstverständlich werden – in Gebäuden, im Verkehr und in der digitalen Kommunikation. Technische Innovationen können hier echte Freiheit schaffen. Menschen mit Behinderung sollen in allen Lebensbereichen selbstbestimmt leben können. 

Eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre ist der demografische Wandel. Die Zahl der älteren Menschen nimmt zu, die Zahl der jüngeren Menschen ab. Wir wollen, dass Menschen in ihrer vertrauten Umgebung alt werden können – mit Angeboten, die Selbstbestimmung ermöglichen: Nachbarschaftshilfe, Hol- und Bringdienste, Dorfläden, mobile Ärzte und neue Wohnformen. Projekte, die Gemeinschaft und Nähe fördern, sollen durch den Landkreis gezielt unterstützt werden. 

Zugleich setzen wir uns für eine Sozialpolitik ein, die das Ehrenamt stärkt und bürgerschaftliches Engagement in sozialen Bereichen fördert. Denn oft wissen die Menschen vor Ort am besten, was gebraucht wird. So entsteht ein Netzwerk der Solidarität – getragen von Freiwilligkeit, Vertrauen und Verantwortung. 

Unsere Ziele:

  • Sozialpolitik mit Augenmaß: Hilfe dort, wo sie nötig ist – Vertrauen in Eigenverantwortung statt Bevormundung. 
  • Kosteneffizient handeln: Sozialausgaben unter hohem Kostendruck verantwortungsvoll steuern und Prioritäten setzen. 
  • Bürokratie abbauen: Verwaltungsprozesse vereinfachen, Doppelstrukturen vermeiden, digitale Lösungen nutzen.
  • Familien stärken: Ausbau der Kinderbetreuung und des Pakts für den Nachmittag, Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern.  
  • Pflegefamilien fördern: familienfreundliche Betreuung statt Heimerziehung, intensive Begleitung und Beratung der Pflegeeltern. 
  • Soziale Teilhabe erleichtern: Ehrenamtliche soziale Initiativen unterstützen, Nachbarschaftshilfe und Selbsthilfegruppen stärken. 
  • Selbstbestimmung im Alter: Mobilität, Pflege und Wohnkonzepte fördern, die ein Leben in vertrauter Umgebung ermöglichen. 

Miteinander gestalten – Kultur. Ehrenamt. Heimat. Zukunft.

Unsere Heimat lebt vom Mitmachen. Es sind die Menschen im Landkreis Gießen, die durch ihr Engagement in Vereinen, Initiativen, Feuerwehren, Katastrophenschutz, Technischem Hilfswerk und in Hilfsorganisationen, wie beispielsweise dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), den Johannitern (JUH) und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), in Kirchen, in Sport und Kultur und auch in der Politik unsere Region lebendig machen. Dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch die besten Rahmenbedingungen. Wir Freie Demokraten stehen für eine Politik, die Eigeninitiative fördert, statt sie zu behindern – mit weniger Bürokratie, mehr Unterstützung und echter Wertschätzung. 

Das Ehrenamt ist Rückgrat und Herzstück unserer Gesellschaft. Wir wollen ehrenamtliches Engagement gezielt stärken – durch pragmatische Förderung, schnelle Hilfe und moderne Strukturen. Ein Ehrenamtspreis des Landkreises soll herausragendes Engagement sichtbar machen. Ziel ist, Engagement zu initiieren und zu erleichtern, nicht zu verwalten. 

Kultur schafft Identität und Zusammenhalt. Der Landkreis Gießen verfügt über eine vielfältige Kulturlandschaft – vom Stadttheater über Museen bis hin zu engagierten Laien- und Kleinkunstbühnen. Es ist eine kommunale Aufgabe, Kultur zu fördern. Aus diesem Grund haben wir den Kunst- und Kulturpreis im Landkreis Gießen initiiert und werden uns für dessen Fortführung einsetzen. Ein Ziel durch Umsetzung unserer kulturpolitischen Vorstellungen ist die Schaffung eines Kulturdezernates bei der Kreisverwaltung zur Unterstützung aller Kulturschaffenden im Landkreis. 

Mit dem Stadttheater in Gießen verfügen wir im Landkreis Gießen über eine herausragende Kulturstätte, deren Erhalt für uns eine Bedingung jeglicher kommunaler Kulturpolitik ist. Dessen Fundament ist der Theatervertrag mit der Stadt Gießen und dem Land Hessen, der Stadt und Landkreis eine dauerhafte finanzielle Unterstützung durch das Land Hessen garantiert und von uns nicht infrage gestellt werden darf. 

Im Landkreis vorhandene Kulturdenkmäler sind zu dokumentieren und zu erhalten, dazu gehören Fachwerkhäuser ebenso wie historische Grenzsteine, von denen sich Sammlungen (Lapidarien) in Biebertal und Lich befinden. Wir stehen für eine gleichrangige Förderung von Natur- und Kulturdenkmälern – und für kreative Wege, Geschichte erfahrbar zu machen, etwa durch geführte Wanderungen oder digitale Formate. Auch das Albiz in Grünberg findet als Anschauungsobjekt für alte Handwerkskunst unsere Unterstützung, wobei sich die Kosten für den Betrieb im Rahmen halten müssen. 

Die junge Generation bringt sich immer mehr in die Gestaltung vor Ort ein und fordert Beteiligungsformate. Damit junge Menschen sich beteiligen können, fordern wir die Einführung eines Jugendparlaments auf Kreisebene. Kinder und Jugendliche erhalten hier die Möglichkeit mitzugestalten und ihre Meinung einzubringen. 

Wir Freie Demokraten stehen für ein offenes, respektvolles Miteinander – geprägt von Toleranz, Verantwortung und gegenseitiger Wertschätzung. Bürgerschaftliches Engagement ist der beste Beweis, dass Freiheit verbindet. 

Unsere Ziele:

  • Ehrenamt stärken: weniger Bürokratie, mehr Unterstützung und ein jährlicher Ehrenamtspreis des Landkreises.
  • Kompetenzzentrum für den ländlichen Raum: Wissen bündeln, Projekte vernetzen und Kommunen bei Ehrenamtsförderung unterstützen. 
  • Kultur fördern: Theatervertrag sichern, Kunst- und Kulturpreis weiterentwickeln, Kulturdezernat prüfen. 
  • Kulturelles Erbe bewahren: Historische Grenzsteine, Fachwerkhäuser und Denkmäler erfassen, schützen und erlebbar machen. 
  • Erhalt des Albiz zur Bewahrung der alten Handwerkskunst. 
  • Dörfer lebendig halten: Nachbarschaftshilfe, Dorfläden, Gemeindeschwestern, Mobilitätsdienste und neue Wohnformen fördern. 

Sport und Bewegung – Fit für die Zukunft. Gemeinsam aktiv.

Sport verbindet Generationen, schafft Begegnung und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Landkreis Gießen ist der Sport tief verwurzelt – getragen vom Engagement zahlreicher Vereine, Trainerinnen, Ehrenamtlicher und Sportlerinnen. Sie alle leisten einen unschätzbaren Beitrag für Gesundheit, Integration und Gemeinschaft. Wir Freie Demokraten stehen für eine Sportpolitik, die dieses Engagement stärkt, Barrieren abbaut und Menschen in Bewegung bringt – unabhängig von Alter, Herkunft oder Leistungsniveau. 

Wir wollen, dass Sport im Landkreis Gießen für alle zugänglich bleibt. Dazu braucht es moderne, gut gepflegte Sportstätten, eine enge Kooperation zwischen Landkreis, Städten und Gemeinden sowie langfristige Investitionssicherheit. Wir fordern eine gemeinsame Sportstättenentwicklungsplanung von Stadt und Landkreis Gießen, um Ressourcen zu bündeln, Bedarfe zu erkennen und neue Sportangebote gezielt zu fördern. Landkreiseigene Einrichtungen wie Schulsporthallen sollen auch von Vereinen oder Dritten genutzt werden. Investitionen in diese Einrichtungen müssen von Kreis und Kommunen gemeinsam getragen werden können. 

Bewegung beginnt in der Schule. Wir Freie Demokraten setzen uns für den Erhalt des Schwimmunterrichts. Dafür muss der Landkreis gemeinsam mit den Kommunen bestehende Schwimmbäder sichern und den Ausbau der Sportinfrastruktur fördern – auch im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit. 

Sportförderung bedeutet für uns nicht nur Unterstützung des Breitensports, sondern auch Anerkennung des Spitzensports und seiner Vorbildfunktion. Beide tragen dazu bei, junge Menschen zu motivieren und Werte wie Fairness, Teamgeist und Leistungsbereitschaft zu vermitteln. 

Unsere Ziele:

  • Sport für alle: Zugang zu Sportangeboten unabhängig von Alter, Einkommen oder Herkunft. 
  • Gemeinsame Sportstättenplanung: Enge Kooperation von Stadt und Landkreis zur bedarfsgerechten Entwicklung von Sportstätten. 
  • Investitionen mit Verantwortung: Komplementärfinanzierungen für größere Sportprojekte mit Mehrfachnutzung.
  • Schulsport stärken: Sicherung des Schwimmunterrichts an allen Schulen. 
  • Schwimmbäder erhalten: Unterstützung kommunaler Schwimmbäder durch interkommunale Zusammenarbeit. 
  • Breiten- und Spitzensport fördern: Vereine stärken, Nachwuchsarbeit sichern, Vorbilder sichtbar machen. 
  • Sport und Ehrenamt verbinden: Vereine organisatorisch und finanziell entlasten, Kooperationen fördern. 
  • Sport im Grünen: Freizeit- und Individualsport in der Natur ermöglichen – im Einklang mit Umwelt und Erholung. 

Land und Leben – Nachhaltig. Verantwortlich. Zukunftsfähig.

Unsere Umwelt- und Klimapolitik beginnt, bevor Probleme entstehen – mit Vorsorge, Vernunft und Verantwortung. Wir Freie Demokraten setzen auf frühzeitige Prävention statt nachträgliche Schadensbegrenzung. Mit modernen Frühwarnsystemen, Notfallplänen und gezieltem Risikomanagement machen wir den Landkreis Gießen krisenfest – für Mensch, Tier und Natur. Trink- und Grundwasser müssen dauerhaft gesichert, landwirtschaftliche Flächen geschützt und natürliche Lebensräume erhalten bleiben. 

Die Landwirtschaft ist ein zentraler Teil unserer Identität. Sie prägt die Kulturlandschaft, sichert regionale Wertschöpfung und versorgt uns mit hochwertigen Lebensmitteln. Wir wollen die heimische Landwirtschaft in ihrer ganzen Vielfalt stärken – konventionell wie ökologisch, groß wie klein. Dabei gilt: nicht gegeneinander, sondern miteinander. Digitale Technologien, smarte Bewirtschaftungssysteme und eine moderne Agrarförderung sollen Landwirte entlasten und gleichzeitig Umwelt und Tierwohl verbessern. Direktvermarktung und ortsnahe Schlachtmöglichkeiten machen Landwirtschaft wieder erlebbar und stärken Vertrauen in regionale Produkte. 

Für uns Freie Demokraten gilt: Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Verbote, sondern durch Überzeugung, Innovation und Eigenverantwortung. Wir setzen auf Kooperationen und Effizienz. Umwelt- und Abfallwirtschaft müssen wirtschaftlich, ökologisch und bürgerfreundlich gestaltet werden – mit transparenten Strukturen und klarer Verantwortlichkeit. 

Der Landkreis Gießen braucht einen Ersatz für die überalterte Kompostierungsanlage in der Rabenau. Die derzeit geplante, von einem Eigenbetrieb des Landkreises zu betreibende Bioabfallvergärungsanlage lehnen wir allerdings ab. Anstatt auf eine markterprobte Technik zu setzen, hat sich der Kreisausschuss auf eine Experimentieranlage eingelassen, deren Folgekosten nicht absehbar sind. Wir wollen zur Kostenreduzierung auch keinen Betrieb der Anlage durch den Landkreis selbst, sondern fordern eine Vergabe des Betriebes an einen gewerblichen Dienstleister. Völlig unbeantwortet ist zudem die Frage, was mit der durch die Anlage erzeugten Wärme geschehen soll. Ein Abnehmer für diese Ressource ist noch nicht vorhanden. Eine durchdachte und zielorientierte Investitionspolitik im Abfallbereich sieht anders aus. Das finanzielle Risiko von mehr als 50 Millionen Euro trägt der Gebührenzahler im Landkreis Gießen. 

Tierschutz und Artenvielfalt gehören zu einer lebenswerten Heimat. Wir wollen heimische Arten schützen, invasive Tierarten und schädliche Pflanzen wie das Jakobskreuzkraut oder den Waschbären gezielt eindämmen und Lebensräume für Bienen, Vögel und Wildtiere erhalten. Jagdrecht und Tierschutz sollen praxisnah gestaltet sein – mit Vertrauen in diejenigen, die tagtäglich Verantwortung in Wald und Feld übernehmen. 

Unsere Ziele:

  • Heimische Landwirtschaft stärken: Förderung von Vielfalt, Direktvermarktung und regionaler Wertschöpfung. 
  • Konventionell und ökologisch gemeinsam denken: Keine ideologische Trennung – beide Formen haben ihre Berechtigung. 
  • Regionale Schlachtstrukturen unterstützen: Ortsnahe, tierschutzgerechte und wirtschaftliche Alternativen fördern.
  • Kompetenzzentrum Landwirtschaft: Regionale Erzeugergemeinschaften vernetzen und Wissenstransfer fördern.
  • Tierschutz stärken: Lebensräume sichern, invasive Arten eindämmen, praxisnahes Jagdrecht unterstützen. 
  • Natürliche Ressourcen sichern: Trink- und Grundwasserschutz, nachhaltige Flächennutzung und Biodiversität fördern. 
  • Abfallwirtschaft effizient gestalten: Kooperationen mit Marktakteuren statt teurer Eigenbetriebe – keine Bioabfallvergärungsanlage in Eigenregie. 
  • Abfallentsorgung vereinfachen: Rückkehr zu festen Sperrmüllterminen und bürgerfreundliche Sammelangebote.